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Violetter Rötelritterling

auch: Nackter Rötelritterling, Blauer Rötelritterling

Lepista nuda · syn. Tricholoma nudum, Clitocybe nuda, Cortinarius nudus, Agaricus nudus, Rhodopaxillus nudus

Bedingt essbar Lamellenpilz Lepista (Rötelritterlinge) Saison: Sep – Dez
Foto: Violetter Rötelritterling
Foto: George Chernilevsky · CC BY 4.0

Schematische Form & Farbe

Der Violette Rötelritterling (Lepista nuda) ist ein mittelgroßer bis großer Lamellenpilz, der durch seine auffällige violette bis blauviolette Färbung von Hut, Lamellen und Stiel gekennzeichnet ist, die im Alter bräunlich verblasst. Er wächst saprobiontisch in Laub- und Nadelwäldern, Parks und Gärten, bevorzugt auf nährstoffreichen, humosen Böden, und erscheint hauptsächlich im Herbst bis in den frühen Winter. Als geschätzter, aber bedingt essbarer Speisepilz muss er gut durchgegart werden und sollte wegen giftiger Doppelgänger aus der Gattung Cortinarius nur von erfahrenen Sammlern bestimmt werden.

Hut & Fruchtkörper

Form
jung halbkugelig bis gewölbt mit eingerolltem Rand, im Alter flach ausgebreitet und oft wellig verbogen
Farbe
jung kräftig violett bis blauviolett, im Alter zunehmend bräunlich bis ockerlich verblassend
Oberfläche
glatt und kahl, bei Feuchtigkeit leicht schmierig-glänzend, sonst matt
Durchmesser
5.0 – 15.0 cm

Sporenträger (Hymenophor)

Typ
Lamellen
Farbe
violett bis blaulila, im Alter blasser lila bis bräunlich-lila, nie rostbraun
Lamellenansatz
ausgebuchtet
Lamellenstand
gedraengt
Sporenpulverfarbe
blassrosa bis fleischfarben-rosalich

Stiel

Form
zylindrisch bis leicht keulig, zur Basis hin verdickt
Farbe
violett bis blaulila, im Alter verblassend
Oberfläche
faserig mit weißsilbrigen Längsfasern, fein bereift
Basis
keulig
Maße
4.0 – 12.0 cm hoch · 1.0 – 3.0 cm dick
Besonderheiten
ohne Ring, Scheide oder Netz

Fleisch, Geruch & Geschmack

Fleischfarbe
violett bis weißlich-lila, im Kern heller
Verfärbung
im Alter leicht gelbbräunlich nachdunkelnd
Geruch
angenehm würzig-aromatisch, leicht parfümiert
Geschmack
mild, leicht süßlich-nussartig bis parfümartig

Vorkommen & Ökologie

Lebensweise
Saprobiontisch, Folgezersetzer von Falllaub und Pflanzenresten
Habitat
Laub- und Nadelwälder, Waldränder, Parks, Gärten und Komposthaufen, oft in dicker Falllaubstreu, gelegentlich Hexenringe bildend
Boden
nährstoffreiche, humose, stickstoffreiche Böden mit viel Laub- oder Nadelstreu
Saison
JFMAMJJASOND
Sep – Dez

Speisewert & Verwechslung

SpeisewertGeschätzter Speisepilz mit kräftigem, teils als parfümartig-süßlich empfundenem Aroma, der jedoch nicht jedem zusagt; er muss vor dem Verzehr stets gut durchgegart werden.
VerwechslungsgefahrVerwechslungsgefahr besteht mit giftigen, violett gefärbten Schleierlingen (Cortinarius-Arten) wie Lila Dickfuß und Bocksdickfuß, die sich durch rostbraunes Sporenpulver und oft eine Cortina unterscheiden lassen. Weitere Doppelgänger sind der Lilastielige Rötelritterling, der Schmutzige Rötelritterling und der Violette Lacktrichterling.

Weitere Hinweise

BesonderheitKann unter günstigen Bedingungen Hexenringe bilden und wird in der traditionellen chinesischen und japanischen Medizin als Vitalpilz mit möglicher blutdrucksenkender Wirkung geschätzt.
HinweisRoh ist der Pilz giftig und kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen, daher muss er vor dem Verzehr gut durchgegart werden. Zudem besteht Verwechslungsgefahr mit giftigen violetten Schleierlingen (Cortinarius-Arten); zur sicheren Unterscheidung hilft ein Sporenabdruck, der bei Lepista nuda rosa und bei Cortinarius rostbraun ausfällt.

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Verwandte Arten

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