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Dunkler Ölbaumtrichterling

auch: Ölbaumpilz, Leuchtender Ölbaumpilz, Ölbaumtrichterling

Omphalotus olearius · syn. Pleurotus olearius, Clitocybe olearia, Agaricus olearius

Giftig Lamellenpilz Omphalotus Saison: Jun – Nov
Foto: Dunkler Ölbaumtrichterling
Foto: Björn S... · CC BY-SA 2.0

Schematische Form & Farbe

Der Dunkle Ölbaumtrichterling ist ein großer, büschelig wachsender Lamellenpilz mit trichterförmigem, leuchtend orangefarbenem Hut und weit herablaufenden, orangegelben Lamellen. Er wächst als Schwächeparasit und späterer Holzzersetzer vor allem an der Stammbasis von Ölbäumen, Eichen und Edelkastanien im Mittelmeerraum. Bekannt ist er für seine nächtliche Biolumineszenz sowie seine Giftigkeit, die immer wieder zu Verwechslungen mit dem Pfifferling führt.

⚠ Gifthinweis Omphalotus olearius ist stark giftig und verursacht heftige Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall); auch Leberschäden werden nicht ausgeschlossen. Tödliche Vergiftungen sind nach aktuellem Kenntnisstand nicht belegt, dennoch ist der Pilz streng zu meiden und keinesfalls zu verzehren.

Hut & Fruchtkörper

Form
anfangs gewölbt bis halbkugelig, später flach ausgebreitet, schließlich niedergedrückt bis trichterförmig, kein zentraler Buckel, Rand lange eingerollt
Farbe
kräftig orange bis braunorange oder braunrötlich, seltener gelblich
Oberfläche
glatt, seidig glänzend, trocken fein radialfaserig
Durchmesser
5.0 – 20.0 cm

Sporenträger (Hymenophor)

Typ
Lamellen
Farbe
leuchtend orangegelb bis goldgelb
Lamellenansatz
herablaufend
Lamellenstand
gedraengt
Sporenpulverfarbe
weiß bis gelblich-cremefarben

Stiel

Form
meist exzentrisch, zylindrisch oder zur Basis verjüngt, büschelig aus gemeinsamer Basis
Farbe
wie der Hut gefärbt, orange bis fuchsigbraun
Oberfläche
längsfaserig, glatt
Basis
wurzelnd
Maße
5.0 – 20.0 cm hoch · 0.5 – 5.0 cm dick
Besonderheiten
ohne Ring, Scheide oder Netz

Fleisch, Geruch & Geschmack

Fleischfarbe
gelblich bis orange getönt
Verfärbung
keine auffällige Verfärbung bekannt
Geruch
aromatisch, pilzartig, angenehm
Geschmack
mild bis adstringierend

Vorkommen & Ökologie

Lebensweise
Schwächeparasit und Folgezersetzer (saprobiontisch) an Laubholz
Habitat
büschelig an Stammbasis und Stubben von Ölbäumen (Olivenbäumen), Eichen, Edelkastanien, Pistazien, selten auch Kastanie, Apfel oder Buche; wärmeliebend, in Europa vor allem im Mittelmeerraum, in Mitteleuropa selten an Eichenstubben
Boden
wächst nicht bodenständig, sondern direkt auf morschem Laubholz
Saison
JFMAMJJASOND
Jun – Nov

Speisewert & Verwechslung

SpeisewertKein Speisewert, da giftig; der Pilz ist ungenießbar und darf keinesfalls verzehrt werden.
VerwechslungsgefahrAm häufigsten wird der Dunkle Ölbaumtrichterling mit dem Echten Pfifferling verwechselt, obwohl er echte, eng stehende Lamellen statt Leisten besitzt, büschelig an Holz wächst und meist deutlich größer ist. Auch eine Verwechslung mit dem Falschen Pfifferling, dem Fuchsigen Röteltrichterling, dem Samtpfifferling sowie dem Amethystschuppigen Pfifferling ist beschrieben.

Weitere Hinweise

Chemische ReaktionenHuthaut verfärbt sich mit Kalilauge (KOH) oder Ammoniak grün.
BesonderheitDie Lamellen und das Myzel zeigen eine deutliche Biolumineszenz (sogenanntes Foxfire), ausgelöst durch das Enzym Luziferase; durch die Klimaerwärmung häufen sich Funde auch in Deutschland.
KommentarDer Pilz verursacht ein gastrointestinales Vergiftungssyndrom mit Latenzzeiten von etwa 15 Minuten bis 4 Stunden; die Beschwerden können teils mehrere Tage anhalten.

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