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Falscher Pfifferling

auch: Falscher Eierschwamm, Orangegelber Gabelblättling, Gemeiner Afterleistling

Hygrophoropsis aurantiaca · syn. Agaricus aurantiacus, Merulius aurantiacus, Cantharellus aurantiacus, Clitocybe aurantiaca, Hygrophoropsis lactea, Cantharellus ravenelii, Cantharellus rufescens

Bedingt essbar Lamellenpilz Hygrophoropsis Saison: Jun – Nov
Foto: Falscher Pfifferling
Foto: Stephan van Helden · CC BY-SA 4.0

Schematische Form & Farbe

Der Falsche Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) ist ein weit verbreiteter Lamellenpilz, der wegen seiner orangegelben Farbe und Ähnlichkeit zum Echten Pfifferling oft mit diesem verwechselt wird, obwohl beide Arten nicht näher verwandt sind. Er zeichnet sich durch einen anfangs gewölbten, später trichterförmigen, feinfilzigen Hut mit eingerolltem Rand sowie dichte, mehrfach gegabelte, herablaufende Lamellen aus. Als Saprobiont besiedelt er vor allem Nadelholz und Nadelstreu und gilt als schwach giftig bzw. minderwertiger Speisepilz.

Hut & Fruchtkörper

Form
jung halbkugelig bis polsterförmig mit eingerolltem Rand, im Alter verflachend bis trichterförmig vertieft
Farbe
blassgelb bis kräftig orange, seltener orangebraun
Oberfläche
trocken, feinfilzig bis samtig
Durchmesser
2.0 – 8.0 cm

Sporenträger (Hymenophor)

Typ
Lamellen
Farbe
gelb, orange bis ziegelrot
Lamellenansatz
gedrängt, mehrfach gegabelt, am Stiel herablaufend
Lamellenstand
gedrängt, mehrfach gegabelt, am Stiel herablaufend
Sporenpulverfarbe
weißlich bis blassgelb

Stiel

Form
zylindrisch, oft leicht exzentrisch, voll oder teilweise hohl
Farbe
ähnlich der Hutfarbe, gelb bis orange
Oberfläche
glatt
Maße
3.0 – 7.0 cm hoch · 0.3 – 0.8 cm dick
Besonderheiten
ohne Ring, Scheide oder Netz

Fleisch, Geruch & Geschmack

Fleischfarbe
gelblich-weiß bis orange, nie rein weiß
Verfärbung
keine markante Verfärbung beim Anschnitt, an der Stielbasis mitunter im Alter schwärzlich
Geruch
unauffällig, gelegentlich leicht säuerlich bis krautig
Geschmack
mild, bisweilen leicht bitterlich bis schärflich

Vorkommen & Ökologie

Lebensweise
Saprobiontisch, kein Mykorrhizapilz
Habitat
Nadelwälder und Nadelstreu, seltener Laubwälder; wächst auf Totholz, Baumstümpfen, vergrabenem Holz, Moos und Ästen
Boden
bevorzugt saure, nährstoffarme Böden
Saison
JFMAMJJASOND
Jun – Nov

Speisewert & Verwechslung

SpeisewertDer Falsche Pfifferling gilt als minderwertiger Speisepilz mit wenig Aroma und schwammiger Konsistenz, weshalb vom Verzehr eher abgeraten wird.
VerwechslungsgefahrHauptverwechslungspartner ist der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius), der jedoch echte Leisten statt Lamellen, festeres weißliches Fleisch und einen fruchtig-aprikosenartigen Geruch besitzt. Auch der Samtige Pfifferling (Cantharellus friesii) sieht ähnlich aus. Gefährlicher ist die Verwechslung mit den giftigen Ölbaumtrichterlingen (Omphalotus olearius, Omphalotus illudens), die büschelig an Stämmen wachsen. Zudem kann der seltenere Braune Afterleistling (Hygrophoropsis rufa) verwechselt werden, der einen ähnlichen Speisewert besitzt.

Weitere Hinweise

Chemische ReaktionenDie Sporen gelten in Teilen der Literatur als dextrinoid (Anfärbung mit Iodlösung) und cyanophil (Anfärbung mit Baumwollblau), wobei dies in neueren mikroskopischen Untersuchungen nicht immer bestätigt werden konnte.
BesonderheitTrotz seiner lamellenartigen Hutunterseite gehört der Falsche Pfifferling systematisch zu den Steinpilzartigen (Boletales) und ist damit näher mit Röhrlingen als mit klassischen Lamellenpilzen verwandt.
KommentarDer Falsche Pfifferling ist einer der häufigsten und am weitesten verbreiteten Pilze in Mitteleuropa und wird von unerfahrenen Sammlern oft über Jahre unwissentlich mit dem Echten Pfifferling verwechselt.
HinweisDer Falsche Pfifferling wird als schwach giftig bzw. unbekömmlich eingestuft. Insbesondere bei empfindlichen Personen oder beim Verzehr größerer Mengen kann er Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen, weshalb vom Sammeln zu Speisezwecken abgeraten wird.

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