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Körnchenröhrling

auch: Schmerling, Rotzling, Schälpilz

Suillus granulatus · syn. Boletus granulatus, Boletus lactifluus, Suillus lactifluus

Essbar Röhrenpilz Suillus (Schmierröhrlinge) Saison: Jun – Okt
Foto: Körnchenröhrling
Foto: Holger Krisp · CC BY 3.0

Schematische Form & Farbe

Der Körnchenröhrling (Suillus granulatus) ist ein essbarer Röhrenpilz aus der Familie der Schmierröhrlingsverwandten (Suillaceae) und lebt in Mykorrhiza-Symbiose mit zweinadeligen Kiefern. Charakteristisch sind der schmierig-schleimige, ocker- bis rotbraune Hut, die anfangs hellgelben, später olivgelben Röhren sowie ein ringloser, sahnegelber Stiel mit feinen bräunlichen Drüsenpunkten im oberen Bereich. Der Pilz ist in Europa weit verbreitet, tritt bevorzugt auf kalkhaltigen Böden in Kiefernwäldern, an Waldrändern und in Parkanlagen auf und wird von Juni bis Oktober gefunden.

Hut & Fruchtkörper

Form
jung halbkugelig, im Alter abgeflacht ausgebreitet
Farbe
ockerfarben bis gelbbräunlich, rötlich bis kastanienbraun, je nach Standort und Witterung
Oberfläche
schmierig-schleimig, bei Feuchtigkeit stark klebrig, Huthaut leicht abziehbar
Durchmesser
4.0 – 10.0 cm

Sporenträger (Hymenophor)

Typ
Röhren
Farbe
jung hellgelb bis chromgelb, im Alter olivgelb
Sporenpulverfarbe
ockerbräunlich bis olivbräunlich

Stiel

Form
zylindrisch, annähernd gleich dick
Farbe
sahnegelb bis weißlich-hellgelb
Oberfläche
im oberen Teil mit feinen, bräunlichen Drüsenpunkten (Körnchen) besetzt
Maße
4.0 – 8.0 cm hoch · 1.0 – 2.0 cm dick
Besonderheiten
ohne Ring, Scheide oder Netz

Fleisch, Geruch & Geschmack

Fleischfarbe
blass gelblich, im Hut weißlich-gelb, ohne Fasermaserung
Verfärbung
keine nennenswerte Verfärbung beim Anschneiden
Geruch
würzig, fein fruchtig, an Obstkompott erinnernd
Geschmack
mild, gelegentlich leicht säuerlich

Vorkommen & Ökologie

Lebensweise
Mykorrhizapilz (Ektomykorrhiza)
Baumpartner
Zweinadelige Kiefern (Pinus spec.)
Habitat
Nadelwälder mit Kiefern, Lichtungen, Wald- und Wegränder, Parkanlagen sowie Weideflächen unter Kiefern
Boden
vorwiegend kalkhaltige, aber auch saure Böden
Saison
JFMAMJJASOND
Jun – Okt

Speisewert & Verwechslung

SpeisewertJung ist der Körnchenröhrling ein guter, festfleischiger Speisepilz mit angenehm pilzigem Geschmack, der geschmacklich mit Marone oder Goldröhrling vergleichbar ist. Ältere, weich gewordene Fruchtkörper sollten wegen ihrer Konsistenz gemieden werden, und das Abziehen der schleimigen Huthaut verbessert die Verträglichkeit.
VerwechslungsgefahrDer Butterpilz (Suillus luteus) und der Goldröhrling (Suillus grevillei) besitzen im Unterschied zum Körnchenröhrling einen deutlichen Stielring. Der Ringlose Butterpilz (Suillus collinitus) ist sehr ähnlich, hat aber meist eine rosafarbene Stielbasis und im Hutfleisch nach Abziehen der Huthaut eine bräunliche Faserung, während das Fleisch beim Körnchenröhrling einheitlich weißgelblich bleibt. Entferntere Ähnlichkeit besteht zum Kuhröhrling (Suillus bovinus) mit größeren, weiteren Poren und zum Sandröhrling (Suillus variegatus) mit feinschuppig punktiertem Hut.

Weitere Hinweise

BesonderheitJunge Fruchtkörper scheiden an Röhrenmündungen und im oberen Stielbereich milchig-wässrige Guttationströpfchen aus, die beim Eintrocknen bräunliche Fleckchen hinterlassen; daher auch der englische Name „weeping bolete“.
KommentarDer Pilz kann schwer verdaulich sein, individuelle Unverträglichkeiten sind möglich; zum Trocknen eignet er sich sehr gut und entwickelt dabei ein feines, butterartiges Aroma.
HinweisDer Körnchenröhrling gilt als essbar, kann aber schwer verdaulich sein und individuelle Unverträglichkeitsreaktionen auslösen; besonders ältere, weiche Exemplare sollten gemieden und die schleimige Huthaut vor der Zubereitung entfernt werden.

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