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Breitblättriger Rübling

auch: Breitblättriger Holzrübling, Breitblatt, Gemeines Breitblatt

Megacollybia platyphylla · syn. Agaricus platyphyllus, Oudemansiella platyphylla, Collybia platyphylla, Tricholomopsis platyphylla, Clitocybula platyphylla

Giftig Lamellenpilz Megacollybia Saison: Apr – Nov
Foto: Breitblättriger Rübling
Foto: Holger Krisp · CC BY 3.0

Schematische Form & Farbe

Der Breitblättrige Rübling ist ein häufiger, holzbewohnender Lamellenpilz mit dünnfleischigem, graubraunem Hut und breiten, entfernt stehenden Lamellen. Charakteristisch sind die weißen Rhizomorphen am wurzelnden Stielgrund, mit denen er fest im morschen Substrat verankert ist. Obwohl er früher als essbarer Speisepilz galt, wird heute aufgrund möglicher Unverträglichkeiten und einer im Rohzustand hämolytischen Wirkung vom Verzehr abgeraten.

⚠ Gifthinweis Der Pilz galt früher als essbar, gilt heute jedoch als ungenießbar bis schwach giftig: Vor allem roh kann er Hämolyse (Auflösung roter Blutkörperchen) sowie Magen-Darm-Beschwerden auslösen, weshalb die Deutsche Gesellschaft für Mykologie generell vom Verzehr abrät.

Hut & Fruchtkörper

Form
jung halbkugelig bis glockenförmig, später flach ausgebreitet, oft mit kleinem, flachem Buckel
Farbe
graubraun, grau, olivgrau bis rehbraun, zur Mitte hin meist dunkler
Oberfläche
grob radialfaserig, bei Trockenheit oder im Alter oft strahlig eingerissen
Durchmesser
5.0 – 18.0 cm

Sporenträger (Hymenophor)

Typ
Lamellen
Farbe
weißlich bis cremefarben, im Alter graubräunlich
Lamellenansatz
ausgebuchtet
Lamellenstand
entfernt
Sporenpulverfarbe
weiß

Stiel

Form
zylindrisch, oft etwas verdreht, zäh-elastisch und schwer zu brechen
Farbe
weißlich bis graubraun, Basis meist dunkler als die Spitze
Oberfläche
längsfaserig, knorpelig berindet
Basis
wurzelnd, mit auffälligen weißen Rhizomorphen
Maße
5.0 – 15.0 cm hoch · 0.5 – 2.0 cm dick
Besonderheiten
ohne Ring, Scheide oder Netz

Fleisch, Geruch & Geschmack

Fleischfarbe
weiß
Verfärbung
keine auffällige Verfärbung
Geruch
unauffällig, neutral
Geschmack
mild bis leicht bitter, mitunter kohlartig

Vorkommen & Ökologie

Lebensweise
Saprobiontisch
Habitat
an morschem Laub- und seltener Nadelholz, Baumstümpfen, vergrabenem Holz und absterbenden Wurzeln in Wäldern
Boden
humusreicher, feuchter Waldboden über zersetzendem Holz
Saison
JFMAMJJASOND
Apr – Nov

Speisewert & Verwechslung

SpeisewertKein Speisepilz; das dünne, zähe Fruchtfleisch bietet kaum kulinarischen Wert, der Geschmack wird als mild bis bitter beschrieben und vom Verzehr wird abgeraten.
VerwechslungsgefahrAm häufigsten wird der Breitblättrige Rübling mit dem Rehbraunen Dachpilz verwechselt, der jedoch freie Lamellen und später rosafarbenes Sporenpulver besitzt. Weitere Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit dem Schwarzschneidigen Dachpilz, dem Grubigen Wurzelrübling, dem Schwarzfaserigen Ritterling, der Nebelkappe sowie mit verschiedenen Risspilzen.
Verwechslungsarten (verlinkt)

Weitere Hinweise

BesonderheitMarkantes Bestimmungsmerkmal sind die auffälligen, dicken weißen Myzelstränge (Rhizomorphen), die vom wurzelnden Stielgrund weit in das Substrat ziehen und den Pilz mit verborgenem Holz verbinden.
KommentarDie taxonomische Einordnung war lange umstritten; die Art wurde im Laufe der Zeit mehreren verschiedenen Gattungen zugeordnet, bevor sie in die eigene Gattung Megacollybia gestellt wurde.

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