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Europäisches Goldblatt

auch: Goldblatt

Phylloporus pelletieri · syn. Xerocomus rhodoxanthus ss. auct. europ., Agaricus pelletieri, Clitocybe pelletieri, Paxillus pelletieri, Xerocomus pelletieri, Boletus paradoxus, Agaricus paradoxus, Paxillus paradoxus, Flammula paradoxa, Naucoria paradoxa, Phylloporus paradoxus, Phylloporus rhodoxanthus subsp. europaeus

Essbar Lamellenpilz Phylloporus (Blätterröhrlinge) Saison: Jun – Okt
Foto: Europäisches Goldblatt
Foto: Björn S... · CC BY-SA 2.0

Schematische Form & Farbe

Das Europäische Goldblatt (Phylloporus pelletieri) ist ein seltener, essbarer Dickröhrlingsverwandter und der einzige europäische Vertreter der Gattung Blätterröhrlinge (Phylloporus). Sein Name bezieht sich auf das leuchtend gelbe, lamellenförmige Hymenophor, das für Verwandte der Röhrenpilze ungewöhnlich ist und die Art als Übergangsform zwischen Lamellen- und Röhrenpilzen erscheinen lässt. Der Pilz wächst in Laub- und Laubmischwäldern auf sauren, sandigen Böden und wird vom Frühsommer bis in den Herbst gefunden.

Hut & Fruchtkörper

Form
jung halbkugelig, im Alter abgeflacht bis niedergedrückt
Farbe
rötlich-braun
Oberfläche
trocken, samtig bis feinfilzig, später glatt
Durchmesser
2.5 – 8.0 cm

Sporenträger (Hymenophor)

Typ
Lamellen (queraderig verbunden/anastomosierend, erinnern an breite Röhren)
Farbe
jung leuchtend gelb, später dunkler bis gelbbraun, Schneiden im Alter oft braunrötlich
Lamellenansatz
herablaufend bis breit angewachsen, leicht vom Hutfleisch ablösbar
Sporenpulverfarbe
gelb-oliv-braun bis ockergelb

Stiel

Form
zylindrisch, an der Basis verjüngt
Farbe
oberseits rotbraun, unterseits hellbraun bis gelblich
Oberfläche
glatt, trocken
Maße
3.3 – 4.1 cm hoch · 0.5 – 0.8 cm dick
Besonderheiten
ohne Ring, Scheide oder Netz

Fleisch, Geruch & Geschmack

Fleischfarbe
gelblich mit rötlichem Schimmer
Verfärbung
keine Verfärbung an der Luft
Geruch
angenehm, pilzig
Geschmack
mild, wenig ausgeprägt

Vorkommen & Ökologie

Lebensweise
Mykorrhiza
Baumpartner
Laubbäume, unter anderem Buche
Habitat
Laub- und Laubmischwälder
Boden
saure bis annähernd neutrale, frische, sandige und gut wasserdurchlässige Böden, meidet kalkhaltigen Untergrund
Saison
JFMAMJJASOND
Jun – Okt

Speisewert & Verwechslung

SpeisewertDas Goldblatt gilt als guter bis sehr guter Speisepilz, vergleichbar mit der Ziegenlippe; aufgrund seiner Seltenheit sollte es jedoch geschont und nicht gesammelt werden.
VerwechslungsgefahrVon oben ähnelt der filzige, rötlich-braune Hut der Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) und dem Gemeinen Rotfuß-Röhrling (Xerocomellus chrysenteron); von Pfifferlingen unterscheidet es sich durch echte, ablösbare Lamellen statt unechter Leisten sowie durch die bräunliche, rotstichige Fleischfarbe.

Weitere Hinweise

BesonderheitDas Europäische Goldblatt ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Phylloporus und stellt eine ungewöhnliche Übergangsform zwischen Lamellen- und Röhrenpilzen dar, da es trotz seiner Verwandtschaft zu den Dickröhrlingen ein lamelliges Hymenophor besitzt.
KommentarDie Art galt lange als selten, wird aber in den letzten Jahren zunehmend häufiger gemeldet, besonders im Südwesten Deutschlands; wegen ihrer Seltenheit sollte sie dennoch geschont werden.
HinweisObwohl das Goldblatt als essbar gilt, ist eine sichere Artbestimmung durch seine ungewöhnliche Lamellenstruktur und Ähnlichkeit zu anderen Filzröhrlingen nicht immer einfach; im Zweifel sollte der Fund von einem erfahrenen Pilzsachverständigen kontrolliert werden, zumal die Art selten ist und geschont werden sollte.

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